John Bauers Museum gehört mit zu Jönköpings Provinzmuseum!
Hier befinden sich Werke und Skizzen des weltberühmten Märchenkünstlers.
Mehrere seine bekanntesten Werke in der permanenten Bauerausstellung
gezeigt.
Jönköpings läns museum
Dag Hammarskjölds plats 2
Postfach 2133
SE-550 02 Jönköping
Tel: +46 (0) 36-30 18 00
Fax: +46 (0) 36-30 18 18
E-Mail: info@jkpglm.se
John Bauers Museum am Provinzmuseum Jönköping (Jönköpings läns museum) liegt im östlichen Teil des zentralen Stadtbereichs von Jönköping und ist mit dem Bus leicht erreichbar. Der Bus- und Autoparkplatz liegt dicht beim Museum. Die Räume des Museums sind behindertengerecht.
Gut zu wissen:
Eintritt ist frei bis 9. Mai, 2010.
Eintritt 11. Mai–12. September, 2010:
40 SEK
Alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt in die Jönköpings läns museum.
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 11–17 Uhr, Mittwoch
bis 20 Uhr
in Juli und August Montag–Sonntag 11–17 Uhr, Mittwoch
bis 20 Uhr
Öffnungszeiten:
Schwedische Feiertage
En
inführung: 275 SEK (ca. 20 min.)
Führung zu den üblichen Öffnungszeiten: 600 SEK (Einführung
und Durchgang von Bauer-Biografie und Kunstschaffen nach Besuch der
Ausstellung, Besuchszeit insgesamt ca. 45 min.)
Führung oder Einführung
außerhalb der Öffnungszeiten: 1200 SEK.
Buchen
Sie einen Besuch! Buchen Sie per E-Mail unter info@jkpglm.se
Tel: +46 (0) 36-30 18 00,
Fax: +46 (0) 36-30 18 18
John Bauer - Ein Lebenslauf
John Bauer wurde 1882 in Jönköping geboren. Er wuchs zusammen mit seinen beiden Brüdern in der Wohnung über der Metzgerei seines Vaters am Östra torget und in der Villa Sjövik am Standrand von Jönköping auf.
Kaum sechzehn Jahre fuhr er nach Stockholm, um sich dort als Künstler ausbilden zu lassen. Zwei Jahre später wurde er als Student der Akademie der Künste angenommen. Schon während der Zeit an der Akademie bekam er Aufträge als Illustrator. In den frühen Werken erkennt man bereits deutliche Einflüsse von Künstlern wie Albert Engström und Carl Larsson.
Im Sommer 1904 unternahm der junge John mit Fotoapparat und Skizzenblock ausgestattet eine monatelange Fußwanderung durch das schwedische Gebirge. Er war beauftragt, ein prachtvolles Werk über Lappland mit Illustrationen zu schmücken.
1906 heiratete er seine Studienfreundin Ester Ellqvist. Sie machten zusammen eine einjährige Studienreise nach Süddeutschland und Italien, wobei die Begegnung mit der italienischen Jungrenaissance tiefe Spuren in John Bauers Künstlerschaft hinterlassen sollte.
Zwischen 1907 und 1915 illustrierte John Bauer die Märchen des Buches Bland tomtar och troll, (dt. Unter Zwergen und Trollen) das jedes Jahr zur Weihnachtszeit erschien. Durch diese Bilder wurde er zum Märchenkünstler des schwedischen Volkes. Dabei untersuchte er ständig neue Ausdrucksmittel. Er erstellte monumentale Freskenmalereien, schrieb Märchenstücke für Kinder und ein Libretto für das Ballett Bergakungen.
Am 20. November 1918 erlitt das Kanalboot Per Brahe auf dem Weg nach Stockholm Schiffbruch und sank. Die ganze Familie - John, Ester und der 3-jährige Sohn ”Putte” Bengt - kamen dabei ums Leben.
Der Bauer-Wald
"Die Phantasie erhält täglich und stündlich Nahrung in den Wäldern", schrieb John Bauer einmal. Und auf langen Wanderungen und Kanufahrten im Gebiet südlich vom Vättersee näherte er sich mit dem Skizzenbuch unterm Arm seiner Märchenwelt. In den Skizzenblock zeichnete er Einzelstudien von Fichten, Teile der Stämme, Baumstümpfe, Laubwerk, Steine und Gewächse. Bauer verehrte die Natur, sie war ein Wunder für ihn.
Mit seiner Kunst will er uns den Tempel der Natur und eine andere Welt - die der Schönheit - offenbaren. Langsam veredelt und vereinfacht er seinen Märchenwald. Das Natürliche und das Wirklichkeitsnahe werden zurechtgelegt. Die Stämme der Bäume bilden den symmetrischen Rahmen um die einsame Prinzessin Tuvstarr am Waldsee. Ein erstarrter Moment, eine zeitlose Stimmung von unendlicher Stille und unerklärlicher Wehmut nimmt Überhand, es scheint als ob die Schöpfung den Atem anhält. John Bauer erzählt uns sein eigenes Märchen. Wie Carl Larsson den Schweden die Utopie des trauten Heimes vermittelte, so hat John Bauer ein Idealbild des Waldes geschaffen. Ein Traumbild, das wir alle in uns tragen.
Die Trolls
Die Trolls von John Bauer können winzige Insekten unter hölzerner Wurzel oder gewaltige Bergwesen sein, sind aber doch zumeist von menschlicher Statur. Mit ihren großen Nasen, spitzen Ohren und langen behaarten Armen sehen sie wie aus der Natur gewachsen aus. Besonders durch ihre Augen unterscheiden sich die Bauer-Trolle von anderen Kobolden und Wichten. Mit ihrer anderen und bescheidenen Denkfähigkeit können Trolls die menschliche Welt nicht verstehen, aber ihr Blick lässt ein gutmütiges, etwas neugieriges Interesse ahnen.
Die Trollmutter
Die Trollmutter ist die erste Märchenfigur, die in Bauers Märchenwelt ihre Form findet.
Es ist eine kleine bucklige Alte, die sich auf einen krummen Stock stützt. Auf dem Kopf trägt sie eine helle Kappe, die im Nacken geknotet ist oder eine spitze Mütze, die mit einer farbenfrohen Feder geschmückt ist. Ihre Arme sind lang, an den Fingern ihrer Hände wachsen klauenartige Nägel und sie trägt einen, zuweilen zusammengeflickten, Mantel.
Humpe
Einer der Lieblinge von John ist Humpe, ein kleiner Troll mit sanften Gemüt und voller Sehnsucht nach der hellen Welt der Menschen. Humpe ist schiefäugig, knubbelnäsig und rothaarig wie ein kleiner Faun. Das erste Mal erscheint er 1912 im Märchen,
Trollsonen som hade solögon och vart skogsman (ung.: Der Trollbub mit den Sonnenaugen, der zum Waldwesen wurde) - ein romantisches Märchen nach John Bauers Geschmack. Bauer lässt ihn später wieder u. a. in dem späteren Aquarell Moderskärlek (Mutterliebe) auftauchen, das er 1917 malte.
Die Prinzessin
Viele haben John Bauers Ehefrau Ester gesehen, und zwar als Modell für die Märchenprinzessin. Und natürlich trägt die Märchenprinzessin viele Züge der mädchenhaften, zarten Ester mit den langen hellblonden Haaren. Vorbilder für seine Prinzessin fand Bauer aber auch in den Madonnenbildern und Frauenportraits der Renaissance, die er auf der gemeinsamen Italienreise 1908-09 studiert hat. Oft verwendet er seine kleine Prinzessin als hellen Kontrast zum tiefen Dunkel des Waldes und der Plumpheit, die den Trolls eigen ist
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